Dagný Kristjánsdóttir
Island

Dagný Kristjánsdóttir (*1949) ist die wohl profilierteste Literaturwissenschaftlerin Islands. Seit 1990 hat sie eine Professur an der Universität Island und ist spezialisiert auf Literaturgeschichte, Kinderliteratur und Gender Studies.

Aus der Auseinandersetzung mit Frauenliteratur entstand das Standardverk „Kona verður til” (1996), eine Monographie über die Schriftstellerin Ragnheiður Jónsdóttir. Auch in “Undirstraumar” (1999) analysierte sie Werke höchst unterschiedlicher Autoren unter den Aspekten von Feminismus und Sigmund Freud. Mit “Öldin öfgafulla” legte sie 2010 eine komptakte Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts vor.  Für ihre kritische Sichtweise auf die halbanimierte Kinderserie “Áfram Latibær” erntete sie Entrüstung, kam eine Kritik des vor allem in den USA erfolgreichen (auch in Österreich ausgestrahlten) “Lazytown” einer Nestbeschmutzung gleich. Seither hat Dagný Kristjánsdóttir zahlreiche Artikel zur Kinderliteratur verfasst. So hat sie sich auch mit der Übersetzung von Klassikern der Kinderliteratur auseinandergesetzt. In Wien wird sie die jüngsten Strömungen vorstellen und ein Bild des Kindes in der zeitgenössischen isländischen Literatur zeichnen.